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Lehrer der Lenberger-Volksschule Triftern erproben ihren Meditationsraum
Die Lenberger-Volksschule Triftern hat bereits in vielen Bereichen neue, andere Wege eingeschlagen. Der neu eingerichtete Meditationsraum der Schule sei nur als ein Beispiel genannt. So traf sich das gesamte Kollegium der Volksschule zu einer Fortbildung, bei der die Lehrergesundheit durch Meditation auf dem Programm stand. Geleitet wurde die Fortbildung von Gemeindereferentin und Religionslehrerin Regina Roßmadl und der Rektorin Margot Auer.
Das Lehrerkollegium stimmte sich gleich nach dem Unterricht mit einem gemeinsamen Mittagessen auf den Nachmittag ein. Zuerst folgte ein praktischer Teil im Meditationsraum der Volksschule. Regina Roßmadl lud die Lehrkräfte zu einer Bildmeditation ein. Jeder konnte seine eigenen Gedanken sammeln und anschließend zu Wort bringen. In einfachen körperlichen Übungen wurde gezeigt, wie man den Körper "frei" machen und in sich "hineinhorchen" kann. Mit einer Erzählung „Gönne dich dir selbst – Brief an einen gestressten Papst....Bernhard von Clairvaux an seinen früheren Mönch Papst Eugen III.“, verdeutlichte sie, wie wichtig es ist, selber zur Ruhe zu kommen und sich für sich selbst Zeit zu nehmen. Zum Abschluss des Praxisteiles erhielt jeder einen „Gönne dich dir selbst Stein“ mit auf den Weg.
Im Anschluss daran schilderte Rektorin Frau Auer, warum Momente der Stille, der bewussten Ruhe in unserer Gesellschaft immer wichtiger werden. Unsere Gesellschaft, so die Schulleiterin sei aufgrund der Schnelllebigkeit zunehmend unaufmerksam. Nicht nur Kinder, auch Erwachsene leiden darunter. Die Meditation ist ein Weg, unsere Fähigkeit zum Aufmerksamsein zu schulen. Es ist in letzter Zeit immer schwerer geworden, so Auer, bei einer Sache zu bleiben. Die Dinge, die um unsere Aufmerksamkeit heischen, vermehren sich ständig. Wir sind nur allzu leicht abgelenkt und werden dabei immer uneffektiver: Informationen, Forderungen, Termine, Mitteilungen stürmen unablässig auf uns ein. Dieser ständige Ansturm dringlicher Angelegenheiten zwingt uns geradezu, in Gedanken in der Zukunft zu leben – z. B. dies und das muss ich noch erledigen. Wir leben immer mehr im Kopf. Die gnadenlose Beschleunigung unseres Lebensstils hat die Konzentration auf eine Sache nahezu unmöglich gemacht. Hinzu kommt noch die Forderung mit den neuen Technologien Schritt halten zu können, sie in möglichst vielen Bereichen einzusetzen. Auch die Situation im Schulalltag wird täglich anstrengender. Erziehungsaufgaben, die häufig zu Hause nicht mehr geleistet werden, muss der Lehrer tragen. Problemfälle wie ADHS-Kinder oder sozialschwache Kinder müssen in die Klasse integriert werden.
Gerade in einer Zeit, in der so viele Forderungen an den Lehrer herantreten, in der das Nervensystem beansprucht wird, wie das nie zuvor der Fall war, ist es wichtig, ein verlässliches Gegengewicht zu erzeugen – etwas was unser Nervensystem beruhigt und es in den Dienst eines für uns und andere förderlichen Lebensstils stellt. Wir können dieses Gegengewicht erzeugen, indem wir zur Ruhe kommen – indem wir unserem Geist und unserer Erfahrung mehr Aufmerksamkeit schenken. Ansonsten laufen wir Gefahr, das Leben eines Roboters zu führen, der keine Zeit mehr hat.
In einer weiteren Fortbildungsreihe sollen nun die Lehrkräfte zusätzlichen Anregungen erhalten, wie meditative Übungen mit Grund- und Hauptschülern durchgeführt werden können. |